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Der TV hat aufgerüstet

Zwei Kabinen und das Stüberl für Online-Training umgebaut – Mit Bildschirm, Laptop und Kamera

Vohburg – Ein Verein braucht Mitglieder, die mit anpacken, braucht Sportler, denen Gemeinschaft wichtig ist, braucht ein attraktives Zuhause, braucht Trainingsmöglichkeiten.

Die beiden modifizierten Umkleide-Kabinen werden gut genutzt, hier von Rückengymnastik-Trainerin Barbara Rebelowski.
Die beiden modifizierten Umkleide-Kabinen werden gut genutzt, hier von Rückengymnastik-Trainerin Barbara Rebelowski. | Foto: Marbach

Und er braucht Visionäre. Auch oder vor allem in Corona-Zeiten. Der TV Vohburg kann trotz des sportlichen Lockdowns auf all das bauen. Auf Initiative des Jugendleiters Michael Marbach wurden zuletzt zwei Umkleide-Kabinen und das Stüberl fit für die Zukunft gemacht: mit Bildschirmen, Laptops und Kameras für Online-Training. 

„Jetzt hocken doch alle nur vor der Kiste“, stellt Marbach die durchaus menschlichen Gewohnheiten in Lockdown-Zeiten vereinfacht dar. Natürlich brauchten sie „die Kiste“ auch, wenn sie online trainieren. Aber dies habe Bewegung zur Folge, Freude, „zusammensitzen“, sich unterhalten und nicht zuletzt die sportliche Fortbildung. Virtuelle Trainings holen die Sportlerinnen und Sportler also da ab, wo sie eh sitzen: am Bildschirm. 

Die treibende Kraft beim Umbau war Michael Marbach, Jugendleiter des TV Vohburg.
Die treibende Kraft beim Umbau war Michael Marbach, Jugendleiter des TV Vohburg. | Foto: Marbach

Daher wurden zwei Kabinen und das sogenannte Stüberl aufgerüstet. „Wir haben von den Hallenturnieren eh Fernsehgeräte. Zwei davon haben wir in die Umkleidekabinen gehängt. Dazu gab es noch Laptops und Kameras. “ Fertig waren die digitalen Trainingsräume. „Unsere Rückengymnastik nutzt das Angebot, natürlich auch die Fußballabteilung, Halt: Bauch, Beine, Po ist auch aktiv. “ Am schnellsten geht es wohl zu, wenn Florian Kammerl online Karate anbietet. Der Vohburger gehört laut Marbach zum Leistungskader Karate und gibt sein Wissen weiter – einmal pro Woche. 

„Drei Samstage haben wir zuletzt intensiv gearbeitet“, sagt Marbach. „Davor natürlich auch immer wieder. Aber zum Schluss ging es vor allem auch ums finale Aufräumen. “ Der Jugendleiter gibt zu, dass es für einige der Helfer schon „viel Arbeit“ gewesen sei. Die Kosten hielten sich aber im Rahmen. Marbach, beruflich in der IT-Branche zuhause, spricht von einem dreistelligen Betrag. „Dank der letzten Turniere hatten wir ein bisschen Geld auf der hohen Kante. “ Der Rest war ja da, auch dank der neuen evangelischen Kirche in Vohburg: „Als die alte Kirche abgerissen wurde, haben wir Tische und Stühle bekommen. “ Ein paar neue Möbel gab es auch noch – vom Ikea. 

Gute Übersicht: Auch C-Juniorentrainer Hans Beck setzt auf Onlinetraining.
Gute Übersicht: Auch C-Juniorentrainer Hans Beck setzt auf Onlinetraining. | Foto: Marbach

So erstrahlt auch das Stüberl hinter dem Ankleidetrakt, das mit der neuen Vereinsgaststätte zum ,Kammerl‘ degradiert wurde, in neuem Glanz – samt Terrasse. „Für Abschlussfeiern zum Beispiel. “ Das Stüberl ist nun „ein schöner Raum“. Sogar mit Leinwand. Da könnten, so Marbach, Fußballspiele übertragen oder eigene Spiele angeschaut und analysiert werden. Aufgerüstet wurde sogar die Schiedsrichter-Kabine – mit einem Laptop. Alles kann auch in Nach-Corona-Zeiten für Trainingszwecke in den Räumlichkeiten genutzt werden – bis auf die Kameras. 

Soweit ist es aber noch nicht. Die Fußballtrainer müssen ihre Schützlinge weiter online schulen. Durchaus mit Vorteilen. „Je eher man diese Technik nutzt, desto mehr lernen die Kinder“, sagt Marbach. Trainer können die Kinder und Jugendlichen digital viel genauer anweisen und korrigieren. Marbach: „Sie lernen aus ihren Fehlern. “ Somit wäre der TV Vohburg auf einem guten Weg. Der Aufstieg zum Beispiel in die Kreisliga aus eigener Kraft, also ohne Spieler, die fürs Spielen Geld verlangen, könnte dank guter Jugendarbeit funktionieren, glaubt Marbach. Auch wenn es nach seiner Einschätzung viele Jahre dauert. Dazu müssten Nachwuchs-Kicker beim TV bleiben oder neu dazustoßen. Marbach ist sicher: „Die Kinder sehen, dass da was vorwärts geht. Und Kinder gehen doch lieber zu einem Verein, wo sich was bewegt. „DK

Autor: Oliver Konze
Quelle: donaukurier.de
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